Veranlagung im Einkommensteuerrecht – Überblick
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Veranlagung



Veranlagung

Allgemeines:

  • Förmliches Verfahren
  • Grundlage:
    Steuererklärung des Steuerpflichtigen
    → Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen durch das Finanzamt (Ermittlungsverfahren)
  • Festsetzung der Einkommensteuer durch Steuerbescheid (Festsetzungsverfahren)
  • Veranlagungszeitraum: Kalenderjahr (01.01.-31.12.)1

Veranlagungsarten

Einzelveranlagung2
Kommt zur Anwendung bei:
  • Ledigen
  • Verwitweten
  • Geschiedenen
  • Ehegatten, die die Voraussetzungen für die Ehegattenveranlagung nicht erfüllen
Ehegattenveranlagung
Voraussetzungen:
  • Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner
  • Beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig
  • Nicht dauernd getrennt lebend
  • a-c liegen kumulativ in einem Zeitpunkt im VZ vor

 

Wahlrecht3 (jährlich neu)

 

 

Einzelveranlagung4

  • Sofern dies mindestens ein Ehegatte beantragt
  • Antrag jedoch unbeachtlich, sofern Verstoß gegen Treu und Glauben mangels Einkünfte

Zusammenveranlagung5

  • Sofern dies beide beantragen
  • Sofern keine Wahl getroffen wird

→ Folge:

  • Jedem Ehegatten werden seine Einkünfte zugerechnet
  • Zuordnung von Aufwendungen demjenigen, der sie wirtschaftlich getragen hat oder auf Antrag hälftig

→ Folge:

  • Einkünfte werden zunächst getrennt ermittelt, anschließend zusammengerechnet
  • Haftung gesamtschuldnerisch, Aufteilung möglich6

Hinweise:

  • Keine Günstigerprüfung von Amtswegen
  • Bei mehreren Ehen in einem VZ wird für die letzte Ehe eine Ehegattenveranlagung durchgeführt7
  • Änderung der Veranlagungsart nach Unanfechtbarkeit unter bestimmten Voraussetzungen möglich8

Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung

Es liegen Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit vor


Ja

→ grundsätzlich keine Abgabepflicht

Pflichtveranlagung9

Erfüllung der Voraussetzungen

Antragsveranlagung10

Hinweise:
Nur möglich, wenn keine Pflichtveranlagung vorliegt11
Bei Steuernachforderungen, Antrag zurückziehbar


Nein

→ Pflichtveranlagung

Einzelveranlagung

Gesamtbetrag der Einkünfte > Grundfreibetrag12

Zusammenveranlagung

Gesamtbetrag der Einkünfte > zweifache Grundfreibetrag13

Ausnahme:
Verbleibender Verlustvortrag zum Schluss des vorangegangenen VZ14

Härteausgleich

Vergünstigung nur möglich bei Veranlagung gemäß § 46 (2) Nr. 2-8 EStG

Härteausgleich nach § 46 (3) EStG

Hinweise:

  • Freigrenze in Höhe von EUR 410 
  • Keine Erhöhung bei Zusammenveranlagung
  • Bei Einzelveranlagung von Ehegatten für jeden Ehegatten verfügbar

Härteausgleich nach § 46 (5) EStG i.V.m. § 70 EStDV

Hinweise:

  • Abmilderungsregelung für Zusatzeinkünfte über EUR 410 und weniger als EUR 820
  • Keine Erhöhung bei Zusammenveranlagung
  • Bei Einzelveranlagung von Ehegatten für jeden Ehegatten verfügbar

Abgabefristen

Pflichtveranlagung
Ohne Steuerberater bzw. Lohnsteuerhilfeverein

ab VZ 2018 7 Monate nach Ende VZ15

Mit Steuerberater bzw. Lohnsteuerhilfeverein

ab VZ 2018 14 Monate nach Ende VZ16

Abgabe nach 14 Monaten nach VZ Verspätungszuschlag18

Antragsveranlagung

4 Jahre nach Ende VZ17



© DAW Deutsche Akademie für Wirtschaft GmbH, Waldsassen

Stand: Juli 2020

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Telefon:
 (09632) 9 22 91 85
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